Erfahrungen von Yilian mit dem MBSR-Kurs
Warum MBSR?
Vor dem MBSRK-Kurs hatte ich schon erste Berührungspunkte mit Achtsamkeit: 2014 begann ich mit der App Headspace zu meditieren. In den letzten Jahren habe ich zunehmend selbständig und ohne Anleitung meditiert. Vor etwa einem Jahr kam eher zufällig Yoga dazu.
Als Angelika Künzle mich dann fragte, ob ich Interesse an einem MBSR-Kurs hätte, passte das perfekt. Ich war sowieso auf der Suche nach etwas Neuem – ohne genau zu wissen, wohin die Reise gehen soll. Ich sagte einfach Ja. Ohne grosse Erwartungen, aber mit offenem Herzen. Mein Ziel: wieder mehr Achtsamkeit in meinen Alltag einbauen.
Meine Erfahrungen
Der Kurs war durchdacht aufgebaut: Wöchentliche Treffen von 2,5 Stunden mit viel Praxis, Gruppengesprächen und Hausaufgaben – genau die richtige Mischung aus Input und Anwendung. Es war eine intensive Zeit, aber ich habe mich auf jede Sitzung gefreut und die Übungen gerne angewendet. Besonders wertvoll war für mich der Austausch in der Gruppe. Es tut gut, eigene Erfahrungen zu teilen – und zu hören, wie andere mit ähnlichen Themen umgehen. Eine Technik, die mir besonders im Kopf geblieben ist, war die STOP-Übung. Ich konnte sie sogar direkt in einer schwierigen Situation anwenden – das war ein Aha-Moment. Die STOP-Übung steht für Stop, Take a break, Observe, Proceed. Indem wir in einem schwierigen Moment innehalten, uns auf die Atmung konzentrieren und unsere Wahrnehmungen beobachten, können wir mit neuer Ruhe und Kraft wieder zurück in die Situation gehen.
Ein Highlight war der Achtsamkeitstag: einen ganzen Tag schweigen. Das klang anfangs fast unmöglich – und war dann überraschend einfach. Eine besondere Erfahrung, die mich geprägt hat, denn etwa einen Monat nach Kursende war ich auf einem Meditations-Retreat – mitten in einer sehr bewegten Zeit. Es war genau das, was ich gebraucht habe.
Und wie geht’s weiter?
Da ich ohne grosse Erwartungen beim Kurs teilgenommen habe, konnten meine Erwartungen fast nur übertroffen werden. Angelika hat den Kurs wunderbar geleitet, und aus der Gruppe ist eine kleine Achtsamkeits-Community entstanden, mit der ich mich noch immer einmal im Monat treffe. Achtsamkeit hilft mir auch beim Einschlafen: Früher lag ich oft wach, weil Gedanken endlos kreisten. Heute nehme ich sie wahr, lasse sie kommen und gehen – wie Wolken am Himmel. Dank der regelmässigen Praxis kann ich schneller zur Ruhe finden und meinen Gedanken, Gefühlen und Empfindungen mit mehr Gelassenheit begegnen. Besonders schön finde ich, dass ich je nach Tagesform wählen kann: Yoga, Sitzmeditation, Gehmeditation, Body Scan – alles ist im Werkzeugkasten. Und auch wenn nicht jede Übung sofort „funktioniert“, ist das völlig okay. Es fühlt sich trotzdem immer an wie ein kleines Heimkommen.
Meine Empfehlung
Ich kann den MBSR-Kurs allen empfehlen, die neugierig auf Achtsamkeit sind – ganz egal, ob sie schon Erfahrung mitbringen oder ganz neu einsteigen. Der Kurs ist klar strukturiert, wissenschaftlich fundiert und kommt ohne religiöse Einflüsse aus. Genau das macht ihn so zugänglich – und so wirksam.
Erfahrungen von Hanspeter mit dem MBSR-Kurs
Warum MBSR?
Achtsamkeit als Wegbegleiterin – Achtsamkeit war schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens – mal präsenter, mal eher im Hintergrund. Über viele Jahre habe ich regelmäßig Yoga praktiziert, meditiert und versucht, achtsam mit meinem Körper und meinem Geist umzugehen. Diese bewusste Haltung – liebevoll, zugewandt und mitfühlend – war mir stets ein Kompass in meinem Alltag. Doch wie so oft im Leben, geraten solche wohltuenden Praktiken in den Hintergrund, wenn der Alltag hektisch wird. Beruflicher und privater Stress, Zeitdruck und innere Unruhe lassen wenig Raum für Selbstfürsorge. Gerade in solchen Phasen ist es besonders schwer, bei sich zu bleiben und achtsam zu handeln – obwohl es genau dann am wichtigsten wäre.
In dieser herausfordernden Zeit fragte mich Angelika Künzle an, ob ich an ihrem MBSR-Kurs teilnehmen möchte. Die Anfrage kam genau zur richtigen Zeit. Das strukturierte Programm bot mir nicht nur einen sicheren Rahmen, um wieder in Kontakt mit mir selbst zu kommen, sondern auch praktische Werkzeuge, um Achtsamkeit fest in meinen Alltag zu integrieren. Die Kombination aus Meditation, achtsamer Bewegung und bewusster Selbstreflexion half mir, innezuhalten, durchzuatmen und mit mehr Gelassenheit auf das Leben zu schauen.
Meine Erfahrungen
MBSR hat mir deutlich gemacht, dass Achtsamkeit kein fernes Ziel ist, das man irgendwann erreicht und dann abhaken kann. Es geht nicht darum, immer ruhig, gelassen oder „perfekt achtsam“ zu sein. Vielmehr ist Achtsamkeit eine innere Haltung – ein bewusstes, wohlwollendes Dasein im Hier und Jetzt. Eine Haltung, die ich nun immer wieder aufs Neue üben darf. Gerade in schwierigen Momenten, wenn Gedanken kreisen, der Körper unter Spannung steht oder Emotionen überfluten, zeigt sich, wie wertvoll diese Praxis ist. Nicht, weil sie Probleme sofort löst, sondern weil sie mir erlaubt, inmitten all dessen einen klaren, freundlichen Blick auf mich selbst zu behalten. Heute verstehe ich Achtsamkeit nicht mehr nur als Technik zur Stressreduktion oder als Werkzeug für ruhigere Tage. Sie ist zu einer tiefen, liebevollen Verbindung zu mir selbst geworden – ein stilles, inneres Zuhause, zu dem ich immer wieder zurückkehren kann. Durch MBSR habe ich gelernt, mich selbst in all meinen Facetten anzunehmen – nicht nur in den „guten“ Momenten, sondern auch dann, wenn es schwierig, chaotisch oder schmerzhaft ist. Und genau das macht die Praxis für mich so kraftvoll: Sie schenkt mir Präsenz, Mitgefühl und innere Stabilität – nicht trotz, sondern mitten im Leben.
Und wie geht’s weiter?
Und jetzt? Jetzt beginnt für mich der eigentliche Weg. Ohne die festen Kurstermine liegt es nun an mir, wie ich Achtsamkeit in meinen Alltag integriere. Es gibt keinen festen Plan mehr – aber dafür die Freiheit, meine eigene Praxis zu gestalten. Manchmal bedeutet das für mich, morgens zu meditieren. Manchmal reicht ein achtsamer Atemzug zwischen zwei Aufgaben oder ein bewusstes Wahrnehmen meines Körpers, wenn ich merke, dass ich gestresst bin.
Ich weiß, dass ich nicht jeden Tag „perfekt achtsam“ sein muss. Es wird Momente geben, in denen ich die Praxis vergesse oder vernachlässige – und das ist okay. Ich habe gelernt, dass ich jederzeit neu anfangen darf. Jeder Moment ist eine Einladung, zurückzukehren – zu mir selbst, in den gegenwärtigen Augenblick.
Meine Empfehlung
MBSR ist weit mehr als nur eine Methode zur Entspannung – es ist eine bewusste Haltung dem Leben gegenüber. Achtsamkeit bedeutet, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein, ohne zu urteilen, und mit einem offenen, annehmenden Blick auf das zu schauen, was gerade ist. Diese Haltung fördert nicht nur innere Ruhe, sondern öffnet auch einen Raum für Klarheit, Selbstmitgefühl und bewusste Entscheidungen im Alltag. Wer regelmässig Achtsamkeit übt, kann nachweislich besser mit Stress umgehen, fühlt sich psychisch stabiler und lernt, Herausforderungen mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Gleichzeitig unterstützt die Praxis auch die körperliche Gesundheit: Sie wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System, das Immunsystem und das Schmerzempfinden aus. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die nachhaltigen Wirkungen von MBSR auf Körper und Geist – es gilt heute als eine der bestuntersuchten achtsamkeitsbasierten Methoden weltweit. Für mich ist MBSR zu einem wertvollen Werkzeug geworden, um bewusster, gesünder und mitfühlender zu leben – mit mir selbst und mit anderen. Ich kann es von Herzen weiterempfehlen – besonders Menschen, die sich in einem fordernden Alltag mehr Ruhe, Klarheit und Verbindung zu sich selbst wünschen.
MBSR ist keine schnelle Lösung, sondern ein Weg – aber einer, der sich lohnt.
Fragen zu MBSR? Oder du suchst nach Quellenangaben? Unseren Blogbeitrag dazu findest du hier.
Unsere MBSR-Trainerin: Angelika Künzle
